Historie

Historie

Franz Miederhoff
Kettenschmiede Sundern-Endorf

1896 gründete Franz Miederhoff (1869-1958) in der Ortsmitte von Sundern-Endorf eine kleine Schmiede, die sich in den folgenden Jahrzehnten zur heutigen Franz Miederhoff oHG entwickelte.

Zunächst fertigte man vor allem Ketten für den landwirtschaftlichen Bedarf sowie Beschläge und Geschirre für Pferde- und Ochsengespanne. Nach dem Anheizen des Feuers am frühen Morgen wurde den Tag über geschmiedet. Am Abend wurden die fertigen Teile zu Fuß in einen Nachbarort gebracht, wo sie in Rollfässern blank poliert wurden. Anfangs stand nur ein einfacher Handkarren zur Verfügung, um die schweren Metallteile zu transportieren

Später diente ein Esel als Lasttier, um 1920 dann ein Pferd. Bereits 1925 verzeichnete der Katalog der „Ketten- und Beschlägefabrik Franz Miederhoff“ über 300 verschiedene Artikel. Zehn Jahre später machte der stark gewachsene Kundenkreis die Anschaffung eines ersten Autos erforderlich.

Alter Miederhoff Katalog
Ketten und Beschläge

1939 erfolgte die Eintragung ins Handelsregister als offene Handelsgesellschaft (oHG). Als Mitgesellschafter nahm Franz Miederhoff seine Söhne Albert und Friedrich in die Firma auf. Beide hatten in Sundern bei der Firma Schulte-Ufer eine Kaufmanns-Ausbildung absolviert. Nach dem Tode Albert Miederhoffs 1945 trat Arnold Miederhoff, ein weiterer Sohn Franz Miederhoffs, 1948 als Gesellschafter in das Unternehmen ein.

Der Wandel der Land- und Transportwirtschaft durch den Einsatz motorgetriebener Nutzfahrzeuge, und das damit einhergehende Verschwinden von Pferde- und Ochsengespannen machte in der Nachkriegszeit eine Neuausrichtung des Unternehmens erforderlich. So stellte man die Produktion von landwirtschaftlichen Ketten und Beschlägen – 1956 waren immerhin noch fünf Schmiedefeuer in Betrieb – nach und nach auf Lkw-Beschläge, zunächst hauptsächlich Bügel und Krampen, um.

Erweiterung 1956
Firmensitz bis 1987

Um mit dem Wachstum Schritt zu halten, wurden die Gebäude mehrfach durch Anbauten erweitert. 

Ende der 1960er bzw. Anfang der 1970er Jahre übernahmen die Ingenieure Volker Miederhoff und Friedrich Miederhoff jun. in dritter Generation die Geschäftsleitung und gaben der weiteren Entwicklung des Unternehmens durch konsequente Modernisierung und Automatisierung entscheidende Impulse. Aus der Fertigung von Lkw-Planenbeschlägen entwickelte sich ein umfassendes Engagement im Bereich der technischen Textilien, das die Franz Miederhoff oHG in den Folgejahren zum führenden europäischen Hersteller von Befestigungstechnik zur Konfektion technischer Schwergebewebe machte.

Die Expansion des Unternehmens führte dazu, dass die Räumlichkeiten am ursprünglichen Standort zu klein wurden. So folgte 1987 eine Verlegung des Stammhauses an den heutigen Sitz in Sundern. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands folgte 1991 der Aufbau eines weiteren Produktionsstandortes im sächsischen Sehmatal-Neudorf.

Franz Miederhoff oHG - Sundern
Franz Miederhoff oHG - Neudorf

Angestoßen durch das schnelle Wachstum der digitalen Großbilddrucktechnik entwickelte die Franz Miederhoff oHG ab 2000/01 mit der Produktlinie SIGN-WARE ein Träger- und Schienensystem, das zur Befestigung großformatiger Digitaldrucke und im Messebau eingesetzt wird. Anfang 2007 wurde aus dem Produktbereich ein selbständiges Unternehmen, das seither als Sign-Ware GmbH & Co KG firmiert. Unter der Marke »Schmitte 1896« betreibt SIGN-WARE seit Anfang 2017 eine eigene Werbetechnik-Manufaktur.

In den beiden Unternehmen, die aus der ursprünglichen Kettenschmiede entstanden sind, werden heute rund 190 Mitarbeiter beschäftigt. Die Ursprünge des Unternehmens können am ehemaligen Firmensitz in Sundern-Endorf, der heute das Heimatmuseum »Alte Schmitte« beherbergt, besichtigt werden. Seit Anfang 2009 wird die Franz Miederhoff oHG in vierter Generation von Ralf Miederhoff und Dr. Thorsten Miederhoff geführt.